16. Todestag Carlo Giuliani – Erinnern heißt kämpfen.
Geschichte kennen – Zukunft gestalten
Es ist immer wichtig die eigene Geschichte zu kennen. Für uns bedeutet dies die Geschichte mit den Unterdrückten dieser Welt und den sozial-revolutionären wie antifaschistischen Kräften zu teilen.
Im Zuge der hitzigen Debatte um die Riots in Hamburg während des G20-Gipfel scheint es uns umso wichtiger gerade jetzt auf die eigene Vergangenheit und Parallelen zu damals ins Gedächtnis der Menschen zu rufen. Die Verurteilung der Riots in Hamburg, das fehlende Hinterfragen der Gründe und die kritiklose Hinnahme der Polizeigewalt in einem Großteil der Medien zeigt in welch ignorantem Zustand sich unsere Gesellschaft befindet. Wir leben in einer Zei in der Waren frei um die Welt geschickt werden und Menschen an Staatsgrenzen scheitern. Dieser Hintergrund macht es für uns nötig sich dem G8-Gipfel in Genua und die Erschießung von Carlo Giuliani 2001 noch einmal anzunehmen. Schließlich gab es in Hamburg nur durch Glück keine Toten.
Vor 16 Jahren, im Juli 2001, protestierten Hunderttausende in Genau gegen den dort stattfindenden G8 Gipfel. Der Protest wurde in den unterschiedlichsten Formen und Farbe auf die Straßen getragen. Die Staatsgewalt kannte dieser Tage jedoch nur eine Antwort auf Protest und diese hieß gnadenlose Gewalt. Die Tage von Genua sollten als einige der blutigsten der Antiglobalisierungsbewegung eingehen.
Dabei setzte die Polizei massiv Gummiknüppel und Tränengas ein wogegen sich ein Teil der Demonstrant*innen aktiv zur Wehr setzte. Unter den Rebellierenden war auch der 23-jährige Carlo Giuliani, dessen Leben am 20. Juli 2001 durch eine Polizeikugel beendet wurde. Noch bevor die Bewegung sich von diesem Schock erholen konnte, stürmte am 22.07. die Polizei eine Schule und misshandelte die dort Schlafenden schwer. Die Antiglobalisierungsbewegung welche die Proteste trug, war eine internationale und eine massenhafte. Sie stand gegen die kapitalistische Barbarei und wollte das Treffen der Herrschenden nicht kritiklos hinnehmen.
Die selbsternannten Herrscher dieser Welt, die Mächtigen gaben damit ihre Antwort auf den Veränderungswillen der Massen. Die Schüsse auf Carlo und die Misshandlungen zeigen, wie Repression in verschiedenen Formen und mit unterschiedlichen Mitteln eingesetzt werden kann. Reichen bei kleineren Protesten subtile Mittel, so wird massenhafter Widerstand blutig niedergeschlagen.
Die Mächtigen der Welt haben uns damals gezeigt, dass sie ihre Macht nicht ohne Blutvergießen abgeben. Hinter der Fassade des bürgerlichen Rechtsstaates, verbirgt sich immer ein nacktes Gewaltverhältnis. Diese strukturelle Gewalt erleben wir jeden Tag in Betrieb, Schule und/oder Uni.
Es liegt uns fern Carlo zum Märtyrer zu erheben, jedoch steht sein Name, sein Bild für die blutigen Tage von Genua, für all die Verprügelten, Verhafteten, Geschlagenen, Gefolterten und Gequälten. Ein würdiges Erinnern an all die Menschen die durch die Herrschenden ermordet wurden oder in den Knästen vor sich dahinvegetieren, heißt für uns den Kampf gegen das kapitalistische System konsequent fortzuführen.
Kein vergeben, kein vergessen!
Erinnern heisst kämpfen!
Bilderfolge vom Mord an Carlo Giuliani
Bericht aus Hamburg G20 – versuchter Totschlag

